Newsletter 8-2012


NEWSLETTER 8-2012


 Sehr geehrte Damen und Herren!


Der  8. Newsletter 2012 des  Holzbauzentrum  Schleswig-Holstein informiert Sie wieder zu aktuellen Themen aus der Holzbauwelt.
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Inhalt
 
 1.  Die neue Holzschutznorm DIN 68800

 2.  Das ZDB-Normenportal

 3.  Greenscreen 2012 in Eckernförde zeigt:
       Unser Wald-Das grüne Wunder 
 
 4.  Eine kleine Weisheit zum Schluss…

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1. Die neue Holzschutznorm DIN 68800

Im Folgenden sollen die wichtigsten Punkte der neuen DIN68800 zusammengefasst und kritisch beleuchtet werden.

Gebrauchsklassen

Die Gefährdungsklassen werden durch die Gebrauchsklassen GK0, GK1, GK2, GK3.1, GK3.2, GK4 und GK5 ersetzt. Die Einstufung der Bauteile in die jeweilige Gebrauchsklasse ist ähnlich der früheren Einstufung in Gefährdungsklassen, wobei man jetzt davon ausgeht, dass Holz nicht mehr nur im Innenraum, sondern allgemein -unter Dach- bei einer Luftfeuchtigkeit von unter 85 %, trocken ist, wenn keine weitere Gefahr der Auffeuchtung z. B. durch Bodenfeuchte oder in Nassräumen besteht.

Hinzugekommen ist die Gebrauchsklasse GK5 für Meerwasser ausgesetzte Bauteile.

Bewitterte Bauteile (GK3) werden in GK3.1 eingestuft, wenn eine dauernde Auffeuchtung nicht zu erwarten ist, weil z. B. Niederschlagswasser schnell abgeleitet wird, etwa bei senkrecht verbautem Holz. Bauteile, bei denen eine dauernde Auffeuchtung zu erwarten ist -etwa waagrechter Balkonbelag-  sind GK3.2.
Wichtig ist dies, wenn Holzschutz durch die Auswahl dauerhaften Holzes erreicht werden soll. Lärche und Douglasie z. B. können ohne vorbeugenden chemischen Holzschutz in GK 3.1, Eiche auch in GK3.2 verwendet werden.

Aber  nicht nur die Holzart ist für die Dauerhaftigkeit entscheidend. Der neuen Norm zufolge, kann technisch getrocknetes Holz in Gebrauchsklasse GK1 ohne vorbeugenden, chemischen Holzschutz verbaut werden.

Natürlich sollte dann aber alles verbaute Holz technisch getrocknet sein. Denn ein bestehender Befall durch Insekten an nicht technisch getrocknetem Holz  kann auf in direktem Kontakt verbautes, technisch getrocknetes Holz übergreifen, wie an einem Beispiel mit befallenen, nicht getrockneten Latten als Unterkonstruktion an einem ausgebauten Dachstuhl aus KVH eindrucksvoll gezeigt wurde.

Erfahrungen aus der Restaurierung zeigen aber, dass bei Direktkontakt mit befallenem Holz auch eine insektenvorbeugende Imprägnierung nicht immer wirksam ist.

Konstruktiver Holzschutz

Für den Zimmerer ist der wichtigste Teil der neuen Norm der konstruktive Holzschutz. Konstruktive Maßnahmen sind, wie auch in der alten Norm, den chemisch vorbeugenden Maßnahmen vorzuziehen.

Dadurch wird Holzschutz zuallererst eine Aufgabe des Planers. Grundlage eines jeden Leistungsverzeichnisses ist eine ausführliche Detailplanung konstruktiver Holzschutzmaßnahmen und die Einstufung eines jeden Bauteils in eine Gebrauchsklasse. Ein bloßer Hinweis auf die Notwendigkeit von Holzschutz nach DIN 68800 ist unzureichend und nicht kalkulierbar.

Grundsätzliche bauliche Maßnahmen

Die grundsätzlichen, konstruktiven Holzschutzmaßnahmen nach DIN 68800-2 sind immer anzuwenden, auch dann, wenn dadurch die Gebrauchsklasse nicht verbessert wird.

In vielen Fällen führen diese Maßnahmen aber dazu, dass die geschützten Bauteile in die Gebrauchsklasse GK0 eingestuft werden können.

Die Grundsätze des konstruktiven Holzschutzes sind wie bisher, dass Holz insektenunzugänglich, kontrollierbar verbaut und die Holzfeuchte zum Schutz vor holzzerstörenden Pilzen dauerhaft unter u ≤ 20 % gehalten wird. Eine kurzzeitige Auffeuchtung ist bei ausreichender Rücktrocknungsmöglichkeit nicht maßgeblich.

Um die Holzfeuchte eines Bauteils dauerhaft unter u ≤ 20 % zu halten, muss Holz vor Feuchte während Transport, Lagerung, Montage und Einbau, Wetter, Bodenfeuchte, Spritzwasser, Feuchte aus angrenzenden Bauteilen, Tauwasser und Feuchte, die sich aus der Nutzung ergibt, z. B. in Nassräumen oder Schwimmbädern, geschützt werden.

Grundsätzliche Maßnahmen nach DIN 68800-2 sind bauliche Maßnahmen zum Schutz vor unzuträglicher Feuchte, etwa Überdachungen, Außenwandbekleidungen, Abdichtungen, Spritzwasserschutz, Tauwasserschutz etc., um Auffeuchtung von Holzbauteilen zu verhindern.

Besondere Bauliche Maßnahmen

Reichen die grundsätzlichen Maßnahmen nicht aus, um Gebrauchsklasse GK0 zu erreichen, bietet DIN 68800-2 besondere Maßnahmen zur Sicherstellung eines ausreichenden Holzschutzes.

Das sind die im normativen Anhang A von DIN 68800-2 dargestellten Konstruktionen. Erforderlichenfalls mit zusätzlichem Nachweis des Tauwasserschutzes mittels DIN EN 15026 oder, wenn ausreichend, nach DIN 4108-3.

Kritik an den Konstruktionsbeispielen

Die Anwendbarkeit der im Anhang A von DIN 68800-2 dargestellten Konstruktionen wurde heftig diskutiert, insbesondere bei Flachdachkonstruktionen und Sockeldetails.

Unbestritten sind Sockel und Flachdach kritische Bauteile, bei denen es häufig zu Schäden kommt. Eine generelle Forderung, diese mit chemisch vorbeugendem Holzschutz zu behandeln, würde aber mögliche Probleme nicht lösen.

Sockel- oder Flachdachkonstruktionen, die Probleme mit Auffeuchtung haben, würden mit vorbeugendem, chemischem Holzschutz nur wenige Jahre länger halten. Die notwendige und richtige Maßnahme wäre hier, die Gefahr der Auffeuchtung zu vermindern oder zu vermeiden.

Dauerhaft funktionierende Dächer sind in der Regel geneigt und müssen daher nicht wasserdicht sein. Ein ebenerdiger Sockel ist ein durch Witterung, Spritzwasser usw. stark beanspruchtes Bauteil im Übergang zwischen Erdreich und Gebäude. Aus vielen Gründen, z. B. gestalterischem Anspruch oder Barrierefreiheit, müssen solche nicht sehr fehlertoleranten Konstruktionen aber ausgeführt werden.

Unabhängig davon, dass diese Konstruktionsbeispiele in GK0 eingeordnet werden, muss hier jede mögliche Maßnahme ergriffen werden, um das Schadensrisiko zu mindern.

Weitere Nachweise, z. B. Tauwassersimulationen und sorgfältige, fehlertolerante Ausführung sind hier für die Dauerhaftigkeit und das Funktionieren der Bauteile dringend empfohlen.

Besondere Maßnahmen zum Schutz vor einem Schaden durch holzzerstörende Insekten

Ein Schaden durch holzzerstörende Insekten ist nicht zu erwarten:

  • -beim Einsatz von Holz in Räumen mit üblichem Wohnklima und in vergleichbaren Räumen oder Bedingungen
    -beim Einsatz von Brettschichtholz, Brettsperrholz, technisch getrocknetem Bauholz oder Holzwerkstoffen mit einer Holzfeuchte  u < 20 % im Gebrauchszustand
    -bei allseitiger insektenundurchlässiger Abdeckung des zu schützenden Holzes
    -bei offener Anordnung des Holzes mit dauerhaftem Hinweis an sichtbar bleibender Stelle auf die Notwendigkeit einer regelmäßigen Kontrolle
    -bei Verwendung von Farbkernhölzern, mit einem Splintholzanteil unter 10 %

Ausdrücklich erwähnte Bauteile in GK0

DIN 68800-2 zählt einige Bauteile auf, die ausdrücklich der Gefährdungsklasse GK0 zugeordnet werden. Zum Beispiel sind Latten hinter Vorhangfassaden, Dach- und Konterlatten, Traufbohlen, Dachschalungen GK 0. Ebenso sind abgedeckte im Freien befindliche Dachbauteile GK 0, wenn keine unzuträgliche Veränderung des Feuchtegehalts zu erwarten ist.

Vorbeugender chemischer Holzschutz

In einigen Fällen kommt es trotz baulicher Maßnahmen dazu, dass ergänzend chemisch vorbeugender Holzschutz angewendet werden muss.

Dieser ist aber nur dann wirksam, wenn er korrekt ausgeführt wird. Insbesondere im bewitterten Bereich muss bei leicht tränkbaren Hölzern eine Eindringtiefe von 6 mm erreicht und bei schwer tränkbaren Hölzern das gesamte Splintholz durchtränkt werden. Dies erfordert eine Imprägnierung im Druckverfahren, möglichst erst nachdem die Hölzer abgebunden sind, denn es gibt derzeit keine Holzschutzmittel für GK3, die im Streichverfahren zugelassen sind.

In manchen Fällen ist auch eine Nachbehandlung des Holzes erforderlich, die sich im verbauten Zustand jedoch als schwierig gestaltet.

Auch deshalb ist es angeraten, den notwendigen Schutz des Holzes möglichst durch konstruktive Maßnahmen zu erreichen.

Fazit

Die neue DIN 68800 ordnet die allgemeinen Aussagen zum Holzschutz, die bisher in verschiedenen Teilen zu finden waren, im Teil 1 der Norm. Zu begrüßen ist weiter, dass technisch getrocknetes Holz in GK1 ohne chemischen Holzschutz verwendet werden kann.

Bei „nicht fehlertoleranten“ Konstruktionen, wie Flachdächern und Sockeln, ist, unabhängig davon, ob sie in Gebrauchsklasse GK0 eingestuft werden können, weiterhin höchste Vorsicht und Sorgfalt geboten.

2. Das ZDB-Normenportal

Dieser Online-Dienst steht exklusiv den Mitgliedsbetrieben des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und somit Mitgliedern des Baugewerbeverbandes Schleswig-Holstein zur Verfügung und ist in Kooperation mit dem Beuth-Verlag entstanden. Er stellt die wichtigsten, ausgewählten Normen und Rechtsvorschriften aus dem Bereich Bauwesen bereit. Sie erhalten Zugriff auf ca. 500 Normen im Volltext (PDF). Diese werden regelmäßig aktualisiert, so dass Sie immer auf die aktuellsten Normen zurückgreifen können.
Nähere Informationen und die exklusiven Konditionen finden Sie unter www.zdb-normenportal.de und in der ZDB-InfoLine wo Sie sich mit Ihren Zugangsdaten anmelden können. So kostet die Jahresnutzungslizenz für einen Einzelplatz exklusiv 188,02 € (inkl. Mwst.). Damit können Sie die gewünschten Dokumente auf einem Computer Ihrer Firma ansehen bzw. ausdrucken.

 3.  Greenscreen 2012 in Eckernförde zeigt- 
      Unser Wald-Das grüne Wunder 

Das internationale Naturfilmfestival Greenscreen, das jedes Jahr im September in Eckernförde stattfindet, beglückt mittlerweile an 4 Tagen 8000 Besucher mit hochdotierten, ausgewählten Naturfilmen aus aller Welt. In der Regel werden die Filme in  Deutsch oder mit deutschen Untertiteln/Simultanübersetzungen gezeigt.

Wir möchten Ihnen einen Film ganz besonders empfehlen, der bereits in Kiel in einer Vorpremiere am 12.8.2012   3000 Besucher  hatte und großen Applaus erntete. Gedreht wurde er von einem bayrischen Filmemacher, der zahlreiche Filmpreise von Greenscreen gewonnen hat:
Die Details über den Film sehen Sie hier:

1. Unser Wald-das grüne Wunder
http://www.greenscreen-festival.de/yamlt3/fileadmin/scripts/filmInfo_de.php?uid=323
Karten dafür können Sie bei Greenscreen direkt vorbestellen, es hat sich bewährt, dies auch wirklich zu tun, denn die Vorstellungen sind in der Regel vollständig ausgebucht  (übrigens auch von den anderen Filmen). Gezeigt werden die Filme an 8 verschiedenen Spielstätten in Eckernförde.

Reservierungen tätigen Sie bitte hier: 
http://www.greenscreen-festival.de/yamlt3/index.php?id=190

7 weitere Filme über Bäume, Holz und Wälder finden Sie hier im Gesamt-Spielplan:
http://www.greenscreen-festival.de/yamlt3/index.php?id=194


4. Eine kleine Weisheit zum Schluss…

 Ein rollender Stein setzt kein Moos an.  (aus China)
Freundliche Grüße aus Kiel vom HBZ Team

Erik Preuß und Marion Michel
HBZ*SH
*Holzbauzentrum Schleswig-Holstein

Hopfenstrasse 2e
24114 Kiel

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24012 Kiel

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