Wetterschutzdächer und Einhausungen – wenn der Bauteilschutz nicht reicht

Mit Hilfe des rollbaren Wetterschutzdach kann es dem Sanierungsfortschritt entsprechend verschoben werden. Foto: Dean Cudworth

Wir haben in den vergangenen Newslettern bereits über Feuchtmanagement während der Bauphase berichtet – siehe die Vorstellung der Broschüre „Feuchtemanagement – Witterungsschutz in der Bauphase“ und des Merkblatts „Feuchteschutz von Holzmassiv- und Skelettbauten in der Bauphase“. In beiden Publikationen wurde der Bauwerksschutz mit Wetterschutzdächern gestreift.

Deshalb gehen wir diesmal auf Möglichkeiten und Lösungen für den Bauwerksschutz ein.

Sitecover Einhausungen sind mehr als ein Bauwerksschutz, sie haben innenliegend Kräne und sind befahrbar. Foto: Anders Bergon

Ein rollbares Wetterschutzdach stellte Dean Cudworth, vereidigter Sachverständiger für das Dachdeckerhandwerk, in der Fachpublikation „Das Dachdecker-Handwerk“ 6.2024 als Lösung für eine Dachsanierung vor. Hier wurde zur Sanierung eines Mehrfamilienhauses mit Staffelgeschoss ein Wetterschutzdach eingesetzt, das mit Rollen auf Schienen gelagert war. Dieses Schienensystem wird auf dem mehr oder weniger klassischem Baugerüst montiert. Somit konnte das Wetterschutzdach abschnittsweise, dem Fortschritt der Sanierung entsprechend, verschoben werden. Somit wurde die umfangreiche Dachsanierung wetterunabhängig möglich und das Mehrfamilienhaus blieb während der Bauphase bewohnbar.

Eine weitere Lösung kommt von der Firma sitecover aus Dänemark. Das System eines selbststehenden Schutzdaches auf Stützen bildet eine komplette Halle mit integrierter Kranbahn. Das heißt: ein Arbeiten in einer durchgehend trocknen Umgebung ist von Anfang an durch alle Bauphasen hindurch möglich. Diese mobilen Fabrikgebäude sind so konzeptioniert, dass die Baustellenlogistik nicht draußen bleibt. Die Hallen sind befahrbar. So ist das Entladen von Material und dessen Lagerung „in der Halle“ also auch trocken möglich. Und dabei trotzen diese Konstruktionen von sitecover nicht nur dem Regen, sondern auch dem Wind.

Wetterschutzdach mit Einhausung für die Aufstockung in Holzbauweise eines Mehrfamilienhauses.
Foto: Martin Gehrmann

Auch unsere Mitgliedsbetriebe setzen komplette Wetterschutzdächer als Bauwerksschutz ein. Hierzu gibt Matthias Hauschildt von der Holzbau Hauschildt GmbH einen wichtigen Aspekt zu bedenken:

Beim Bauwerkschutz in Form einer kompletten Einhausung mit Wetterschutzdach müssen die notwendigen Abstände zur Montage einer Fassade oder zur Anlieferung von Material bedacht werden. Wird dies nicht im Vorfeld geplant kommt es zu massivem Mehraufwand und Störungen des Montageablaufes.“

Einhausung inkl. Wetterschutzdach bei einem mehrgeschossigen Neubau in Holzbauweise.
Foto: Matthias Hauschildt

Auch Martin Gehrmann von der Holzbau Gehrmann GmbH setzte bei einer der letzten Baustellen auf ein Wetterschutzdach. Somit konnten bei der durchgeführten Aufstockung die Arbeiten ohne witterungsbedingte Unterbrechungen durchgeführt werden. Er gibt hier den wichtigen Hinweis die Segmente und die Aufteilung der einzelnen Elemente des Wetterschutzdaches im Vorfeld richtig zu planen um jeden Ort der Montage mit den jeweils notwendigen Elementen zu erreichen. Andernfalls kommt es zu unnötigen Behinderungen und Mehraufwand in der Montage.

Diese Erfahrungen führen zum Fazit, dass die Entscheidung für einen Bauteil- oder Bauwerksschutz in die Planungsphase gehört. Für einen reibungslosen Ablauf der Bauausführung und zur Vermeidung von Feuchteschäden währende der Bauphase ist das frühzeitige Aufstellen eines Witterungsschutzkonzeptes zwingend notwendig. Und dies auch bereits in der Planungsphase und idealerweise im Zusammenspiel zwischen Planer und ausführendem Holzbauunternehmen.
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