
Bis auf den letzten Platz ausgebucht

Strahlender Sonnenschein empfing die Teilnehmer zum 14. Norddeutschen Holzbautag
Strahlender Sonnenschein empfing die Teilnehmer zum 14. Norddeutschen Holzbautag. Dipl.-Ing. Erik Preuß Geschäftsführer des Holzbauzentrum*Nord begrüßte Holzbauer, Planer, Aussteller, den Nachwuchs und alle weiteren Gäste und eröffnete die Fachtagung mit dem Titel „Holzbau heute – effizient, nachhaltig, zukunftsfähig“. Die Fachtagung war mit knapp 300 Teilnehmern und über 30 Ausstellern komplett ausgebucht.
Die Fachvorträge begannen mit dem Thema Trittschall von Massivholzdecken – neue Erkenntnisse und Zukunftsperspektiven für den Holzbau mit Adrian Blödt. Er ging detailliert und praxisnah auf Einflussfaktoren, wie z.B. auf Trittschall bei Massivholzdecken ein und erläuterte: „Schüttung ist eben nicht gleich Schüttung. Eine Schüttung ohne Bindemittel -gehalten durch Pappwaben oder Lattenroste- erzielt die besten Ergebnisse.“ Blödt zeigte anhand von Fahrstuhlschächten in Holzbauweise weiter, dass der Schallschutz mit denen in mineralischer Bauart mithalten kann.
Jonas Langbehn, Bereichsleiter Bauphysik der PIRMIN JUNG Deutschland GmbH, stellte anschließend in seinem Vortrag zur Tragwerksplanung im Holzbau praxistaugliche Planungsansätze in Kombination mit Rückbaubarkeit als wichtigen Baustein für einen nachhaltigen Holzbau vor. Die Pause wurde ausgiebig für den fachlichen Austausch unter Kollegen, zum Netzwerken und dem Besuch der Wanderausstellung HOLZ.BAU.ARCHITEKTUR 2025 von Holzbau Deutschland genutzt. Auch die zahlreichen Aussteller zogen die Teilnehmer an. Hier wurden neue Produkte, Dienstleistungen und Knowhow gezeigt. Überall herrschte reges Interesse und eine fast familiäre Atmosphäre.
Den aktuellen Entwicklungen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven des modernen Holzbaus widmete sich Dr. Jan Wenker von der Brüninghoff GmbH & Co.KG. Er stellte in seinem Fachvortrag Zirkuläre Bauwirtschaft – Innovationen für Kreislauffähigkeit im Holz-Holz-Hybridbau, rückbaubare HBV-Deckenelemente vor. Diese ermöglichen eine sortenreine Trennung (re-cycling) und somit Wiederverwendung (re-use) der einzelnen Materialien. Diese Entwicklung aus dem Hause Brüninghoff zeigt den Weg zu einer wirklichen Kreislaufwirtschaft.
Im folgenden Themenblock zeigte Prof. Dr.-Ing. Björn Kampmeier, Professor für Brandschutz und Baukonstruktion an der Fakultät Bauingenieurwesen, Hochschule Magdeburg-Stendal, in seinem Vortrag Möglichkeiten und Grenzen der Muster-Holzbaurichtlinie die Neuerungen der M-HolzBauRL 2024 auf. Hier führte Björn Kampmeier, z.B. die Holztafelbauweise in der Gebäudeklasse 5 oder den Ersatz des Kapselkriteriums K durch den Beginn des Abbrands tch, an.

Die Referenten (v.l.): Dirk Kruse, Jan Wenker, Adrian Blödt, Mike Sieder, Karl-Heinz Weinisch, Jonas Langbehn, Björn Kampmeier, Erik Preuß
Das Baukastensystem der M-HolzBauRL in der praktischen Anwendung wurde von Prof. Dr.-Ing. Dirk Kruse vorgestellt: Die M-HolzBauRL 2024 ermöglicht z.B. vereinfachte Prinzipien des Nachweises für die Holztafelbauweise und die Massivholzbauweise in Gebäudeklasse 4 und 5. Bei technischen Abweichungen von der M-HolzBauRL werden vorhabenbezogene Bauartgenehmigungen (vBG) bzw. Allgemeine Bauartgenehmigungen (aBG) benötigt, führte er weiter aus. “Die M-HolzBauRL 2024stellt dabei den „Mörtel“ dar, welcher die Bausteine Standsicherheit, Feuerwiderstandsdauer, Dichtheit der Anschlüsse, Brandschutzbekleidung, Dämmstoffe u.a. zu einem Anwendbarkeitsnachweis zusammenfügt“, so Kruse.
Als Sachverständiger für Innenraumhygiene lieferte Karl-Heinz Weinisch aus seinem Vortrag Feuchteschäden meistern: Kommunikation, Pflichten und Rechtssicherheit auf der Baustelle das Fazit: „Feuchteschutz braucht QMV (Qualitäts-Management-Verfahren) in der Planung und in der Ausführung. Hierzu haben sich Checklisten bewährt“, führte er aus, „Damit können Schäden eingeschätzt werden, entsprechende Maßnahmen festgelegt werden und deren Rechtsrisiken abgeschätzt werden.“
Zum Abschluss der Fachvorträge stellte Prof. Dr.-Ing. Mike Sieder mit seinem Bericht aus der Forschung Holzfeuchte / Holzfeuchtemonitoring, das Forschungsvorhaben HolzQS – Qualitätssicherung im modernen mehrgeschossigen Holz- und Holz-Hybridbau vor. Ein Ergebnis dieses Forschungsprojektes ist eine Matrix zur Einschätzung des Schadensrisikos durch Witterung. Daraus resultiert der jeweilige Schutzbedarf für die Vielzahl von Konstruktionsweisen im Holzbau und konkrete Schutzmaßnahmen während der Bauphase.

Geschäftsführer Erik Preuß bedankte sich bei allen
Zum Abschluss der Veranstaltung kündigte Erik Preuß an: „Wer sich für zukunftsfähiges Bauen, innovative Technologien und den nachhaltigen Baustoff Holz interessiert, sollte den 15. Norddeutschen Holzbautag am 12. Mai 2027 nicht verpassen.“
Impressionen und Fotos zur Veranstaltung finden Sie unter www.holzbautag.de.
Dort werden in Kürze auch alle Informationen zum 15. Norddeutschen Holzbautag veröffentlicht.
Weiter lud er ein, die Holzbauhalle „Holz*Handwerk*Zukunft*“ des Holzbauzentrums*Nord im Rahmen der NordBau vom 9. bis 13 September 2026 in Neumünster, zu besuchen.
Für alle zum „Nachhören“ und um das Thema Schall- und Brandschutz sowie baurechtliche Themen zu vertiefen, empfahl Preuß noch den Podcast von Michael Merk und Adrian Blödt WOODCAST / Schall und Rauch auf Spotify.

