Vom hässlichen Entlein zur innovativen Energiefassade

Abb. 1: Die Energiefassade mit hell abgesetzten Fensterband; Foto Hans-Henning Wegner Lindemann-Bau GmbH

Das Bestandsgebäude, aus den 60er, 70er Jahren, sollte umgenutzt und der bisherige Ausstellungsraum im Erdgeschoss in ein Büro umgebaut werden. Die Wohnung im Obergeschoss des Gebäudes sollte erhalten bleiben. Die daraus resultierenden baulichen Maßnahmen machten neben einer energetischen auch eine brandschutztechnische Sanierung erforderlich. Mit der Fassadensanierung wurde die Firma Lindemann-Bau GmbH beauftragt und so suchte Zimmerermeister Hans-Henning Wegner nach einem Weg aus der alten uneinheitlichen Bestandsfassade eine frische und

Abbildung 2: Das Gebäude vor der Sanierung; Foto Hans-Henning Wegner Lindemann-Bau GmbH

ansprechende Fassade zu entwerfen. Eines Abends war er gedanklich in die Fassadensanierung und Gestaltung vertieft und sah den Fernsehbeitrag „Solar-Dachpfannen – effizienter als herkömmliche Paneele“. Dabei drehten sich seine Gedanken noch um die Ideen von Professor Ingo Gabriel, eine Fassade nicht nur als Witterungsschutz und als Gesicht des Gebäudes anzusehen, sondern auch die Möglichkeit einer energetischen Nutzung einzuplanen. So kam dem Zimmerermeister die erleuchtende Idee die kleinteiligen Solarflachpfannen der Firma paXos zur Fassadengestaltung zu nutzen. Und damit wurde aus einer Fassadendämmung, eine vorgehängte hinterlüftete Fassade in Holzbauweise mit energetischer Nutzung.

Die paXos Solarflachziegel

Was ist nun das Besondere an den Solarflachziegeln von paXos, das Hans-Henning Wegner bewegte sie zu verwenden? Es ist einerseits die Flächenleistung der Paneele mit 190 w/qm. Sie liegt, dank einer Verschattungskompensation durch Bypass Dioden, auf einem ähnlichen Niveau wie die herkömmlicher Solarmodule. Anderseits ist es das kleine Format der paXos Solarflachziegel von 59,5cm x 42cm. Die Solardachziegel können mit Blind- und Schneidmodulen (im gleichen Farbton wie die „Ziegel“) ergänzt werden und ergeben so ein einheitliches Erscheinungsbild der Dach- oder Fassadenfläche. Ganz im Gegensatz zu normalen Solarmodulen, die zu einem uneinheitlichen Bild der Dachflächen führen.

Abbildung 3: Stirnseite des Gebäudes mit dunkel abgesetzten Bereichen mit Solarflachziegeln; Foto Hans-Henning Wegner Lindemann-Bau GmbH

Speziell für denkmalgeschützte Gebäude hat paXos Solarbiberschwanzmodule im Programm. Eine weitere innovative Idee von paXos ist es, die Fläche der Solarflachziegel gleichzeitig zur Wärmegewinnung zu nutzen. Dazu wird die sich hinter den hinterlüfteten Solarziegeln erwärmende Luft im Firstbereich abgesaugt und einer Wärmepumpe zugeführt. Die Wärmepumpe verbraucht dadurch rund 20% weniger Strom zur Erzeugung von Warmwasser, da die zugeführte Luft wärmer ist als die normalerweise genutzte Umgebungsluft. Gleichzeitig bleiben die Solardachziegel durch die abgeführte warme Luft länger kühl und performanter.

Die Fassade mit paXos Solarflachziegel

Aber wie kommt denn ein „Dachziegel“, mit Zulassung für Dächer, an eine Wand? Ganz einfach: die Firma Lindemann-Bau deklariert -in Absprache mit dem Bauherrn- die Wand als Dach mit 90 Grad Neigung und befestigt die Paneele entsprechend. Doch eine daraus resultierende Besonderheit gilt es zu beachten. Nämlich, dass der Hersteller eine vertikale Fuge vom 2 mm zwischen den Solardachziegeln vorgibt. Somit gilt sie als offene Fassade und muss alle Anforderungen entsprechend erfüllen. Dazu wurde hinter der Unterkonstruktion aus Aluminiumstrangpressprofilen eine entsprechende UV-beständige und schlagregendichte Fassadenbahn angebracht. Diese schützt die Holzfaserdämmstoffe und die tragenden Holzunterkonstruktion.

Abbildung 4: Funktionsprinzip Wärme und Strom aus einer Fläche; Grafik: paXos Solar GmbH

Im Sockelbereich sind Blindmodule aus nicht brennbaren Aluverbundplatten im gleichen Farbton befestigt. Hier ebenfalls die Solardachziegel zu verwenden würde aufgrund der Ineffizienz und der Spritzwassergefährdung keinen Sinn machen. Somit ergibt sich ein einheitliches und architektonisch ansprechendes Fassadenbild.

Im nächsten Sanierungsschritt soll die Nutzung der erwärmten Hinterlüftung zur Warmwassererzeugung umgesetzt werden.

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