Holzbautag 2026 auf der NordBau – So stark ist der Holzbau im Norden

Auf dem diesjährigen Holzbautag der Landesfachgruppe und Zimmerer im Rahmen der NordBau 2026 stellten die Referenten Projekte vor, gaben Einblicke in Planung, Konstruktion und Umsetzung. So machten sie sichtbar, welche Qualität und Kompetenz im norddeutschen Holzbau steckt.

Volle Hütte beim Holzbautag 2026 der Landesfachgruppe Zimmerer und Holzbau
Quelle: Semmler/HBZ*

Vorgestellt wurden spannende und beispielhafte Holzbauprojekte, die zeigten, wie vielseitig, modern und leistungsfähig der Holzbau heute ist – vom mehrgeschossigen Holzbau über besondere Konstruktionen bis hin zu innovativen Lösungen im Bestand und Neubau.

Traditionell eröffnete Michael Schönk, Landesfachgruppenleiter Zimmerer und Holzbau im Baugewerbeverband Schleswig-Holstein, den Holzbautag und verwies auf die lange Tradition des Zimmererhandwerks sowie gleichzeitig auf die Offenheit des Handwerks für neue Technologien. Anschließend warb Ingrid Jürgensen von der Handwerkskammer Flensburg für das Sachverständigenwesen im Handwerk. Auch Erik Preuß, Geschäftsführer des Holzbauzentrum*Nord, begrüßte die Teilnehmer der Fachtagung, stellte die Leistungen des HBZ*Nord vor und lud alle Teilnehmer zu einem anschließenden Besuch in die Holzbau-Hallen „Holz*Handwerk*Zukunft*“ ein.

Die Tagung startete mit dem Vortrag von Tilmann Schütt „Mehrgeschossiger Wohnungsbau neu gedacht – Nachhaltiges Bauen mit Holz-Hybrid“. Er ist Geschäftsführer der Gebr. Schütt KG aus Landscheide-Flethsee und stellte anhand eines aktuellen Holz-Hybrid-Wohnungsbauprojektes in Pinneberg die Vorteile des Holz-Hybridbaus vor. Hier werden, wie im Projekt des Mehrfamilienhauses Nordkante in Hamburg, Wände aus Brettsperrholz mit Spannbeton-Hohlplatten-Decken kombiniert. Baumaterialien können im Holz-Hybridbau intelligent zusammengestellt und so die jeweiligen Stärken der Materialen (Bauteile) optimal genutzt werden. Hierbei müssen die unterschiedlichen Toleranzen der Bauteile berücksichtigt werden, so dass die Vorfertigung ihre Vorteile voll ausspielen kann. Einer der wichtigsten Punkte aktuell im Holzbau ist der Witterungsschutz während der Bauphase. Aber auch in der späteren Nutzungsphase können durch Leckagen Bauschäden entstehen. Hier ist besondere Planungs- und Ausführungskompetenz entscheidend.

Im Anschluss stellte Ole Jebens, Architekt im Büro JEBENS SCHOOF Architekten BDA aus Heide, den Erweiterungsneubau der Ostseeschule in Flensburg vor. Im Mittelpunkt standen der inklusive Planungsprozess sowie die besonderen Herausforderungen beim Brandschutz und bei der Umsetzung eines Holzbaus mit vollständig begehbarem Gründach.

Dem Holzbau die Bühne bereiten – Ole Jebens bei seinem Vortrag
Quelle: Semmler/HBZ*

Praxis trifft Fachwissen – Klaus-Hinrich Witt mit spannenden Einblicken Quelle: Semmler/HBZ*

Zum Abschluss führte Klaus-Hinrich Witt die Teilnehmer durch die Finanzierung von klimafreundlichen Neubauten im Niedrigpreissegment mit dem KfW-Programm 296 als Geschäftsmodell für das regionale Zimmererhandwerk im ländlichen Raum. Er ist Inhaber der Witt.Fehmarn GmbH & Co. KG aus Fehmarn und hat derartige Projekte bereits mehrfach umgesetzt.

Am Ende zog Oliver Grothkopp von der Firma Frøslev Træ A/S ein begeistertes Fazit zum Fachvormittag und gab das positive Feedback gerne an die Veranstalter weiter: „Alle Vorträge waren super, aber herausragend fand ich diesen kurzen und knappen aber auf den Punkt gebrachten Vortrag von Klaus Hinrich Witt über die KfW-Fördermittel und das preisgünstige Bauen.“

Es war eine gelungene Veranstaltung mit spannenden Einblicken und einem tollen Publikum.

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