Die im April 2026 erschienene Neufassung der DIN 4108-7 (Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 7: Luftdichtheit von Gebäuden) ersetzt die bisherige Ausgabe vom Januar 2011. Die wichtigsten Neuerungen und Änderungen hier im Überblick:

Mit dem neuen Abschnitt 4 „Luftdichtheitskonzept“ wird das Luftdichtheitskonzept in der Norm verankert. Es legt die Maßnahmen zur Erzielung der Luftdichtheit, bereits in der Planungsphase für Neubauten und Sanierungen grob fest. Das Luftdichtheitskonzept umfasst den Verlauf der Luftdichtheitsebene, eine grobe Beschreibung der Anschlüsse und Durchdringungen, die verwendeten Materialien zur Bildung der luftdichten Ebene und Maßnahmen zur Qualitätssicherung (siehe Anhang B).
Die Abdichtungsmaterialien (Abschnitt 7) wurden durch Flüssigdichtstoffe ergänzt. Damit ist die auf der Baustelle verbreitete Praxis, schwierige Anschlüsse mit einem streich- oder sprühbaren Dichtstoff zu schließen, nun auch normativ abgedeckt.
Der Abschnitt „Detailskizzen“ wurde aktualisiert und erweitert, beispielsweise um Ausführungsempfehlungen im Metallleichtbau für einen erweiterten Dach-Wand-Anschluss sowie einen Sockel- und einen Firstanschluss.
Neu dazugekommen sind zwei informative Anhänge:
Im Anhang A „Luftdurchlässigkeit von Materialien“ werden die Zusammenhänge zwischen der Luftdurchlässigkeit von Materialien und der Einbausituation mit luftdurchlässigen Anschlüssen und Fugen behandelt. Zudem werden die Werte der Luftdurchlässigkeit ausgewählter Materialien tabellarisch dargestellt.
Für Zimmerer wichtig sind die im Anhang B (Maßnahmen zur Qualitätssicherung) aufgenommene Eigenkontrolle und die Prüfzeitpunkte. Es wird empfohlen, direkt nach Abschluss der Arbeiten an der luftdichten Ebene eine Sichtprüfung vorzunehmen sowie eine baubegleitende Luftdurchlässigkeitsmessung durchzuführen. Denn zu diesem Zeitpunkt ist die Ebene noch frei zugänglich. So sind auch ergänzende Arbeiten an der luftdichten Ebene schnell und noch kostengünstig möglich.
Eine niedrige Luftwechselrate am fertiggestellten Bauwerk bei einem Blower-Door-Test allein kann – gerade im Holzbau – zu einer falschen Einschätzung führen. Denn bei einem fertiggestellten Bauteil gewährleistet die luftdichte Ebene ggf. nicht allein die Luftdichtheit, sondern erst das Gesamtbauteil mit all seinen Schichten stellt diese sicher.

