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Apr

Am 2. April drehte sich in Neumünster alles um den mehrgeschossigen Holzbau – im Hotel Altes Stahlwerk trafen sich die Fachkreise zum 7. Schleswig-Holsteinische Holzbautag.

Mit über 110 Teilnehmern war die Veranstaltung komplett ausgebucht. Auch drei Vertreter aus dem Bauministerium und der NDR waren vor Ort. Wir
zeigen hier heute, wie wichtig es ist, den Holzbau in unsere urbanen Räume zu bringen“, so Erik Preuß, Leiter des HBZ*. Neben Technik und Details wurden
praktische Anwendungen und Holzbauprojekte aus Norddeutschland präsentiert. Einer der Pioniere des Holzbaus, das Büro Kaden + Lager, hatte 2007 quasi den Startschuss zum mehrgeschossigen innerstädtischen Holzbau gegeben.
Markus Lager stellte das Projekt „e3“ vor, das erste 22 Meter hohe siebengeschossige Holzgebäude. In der Hafencity Hamburg entsteht derzeit mit der „Wildspitze“ sogar Deutschlands höchstes Holzgebäude. Georg Nunnemann von der Garbe Immobilien-Projekte GmbH, dem Bauherrn, berichtete darüber.
Ihm schloss sich der Tragwerksplaner des Projekts Henning Klattenhoff, Assmann Beraten + Planen AG, mit dem Vortrag „Planungsprozesse im
modernen, urbanen Holzbau“ an. „Holzbauplanung ist immer integrale Planung. Alle Fachdisziplinen müssen vom ersten Moment an zusammenarbeiten“, so Klattenhoff.

Das HBZ* steht auch mit der Landesregierung im Dialog. Derzeit wird geprüft, die Holzbauweise in den Gebäudeklassen 4 und 5 von überbordenden Anforderungen in der Landesbauordnung zu befreien.
Angela Whyte von der Obersten Bauaufsichtsbehörde sagte dazu: „Wir informieren uns hier über Neuerungen, die in unsere Überlegungen zur Bewertung des Holzbaus einfließen.“ Tillmann Schütt, Schütt GmbH & Co. KG, der über „Fünf Geschosse in Holz“ referierte, plädierte ebenfalls für eine Berücksichtigung des Holzbaus bei der aktuellen Novellierung der Bauordnung.

In den Pausen zwischen den Vorträgen fand ein reger Austausch zwischen den Teilnehmern statt. „Wir schätzen am Holzbautag den Wissensausbau und die Plattform zum Netzwerken“, sagte Teilnehmer Frank Schulze, Landesbeirat Forst- und Holzwirtschaft S-H/HH. Jelle Christopher Holm, Die Holzverbindungs GmbH, ergänzte: „Die Fachvorträge zeigen auf, wohin die Reise beim Holzbau geht.“
„Wir hinken noch hinter Hamburg und Baden-Württemberg her und rufen die Politik auf, den Holzbau mit dem Massivbau gleichzustellen“, so
Erik Preuß. Dass die Holzbaubetriebe, Planungsbüros und Hersteller im Land über das entsprechende Know-how verfügen, haben sie beim siebten Holzbautag wieder einmal unter Beweis gestellt.

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