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In diesem Jahr hat das HBZ* einen ganz besonderen Tag exklusiv für seine Mitglieder veranstaltet. Unter dem Motto „Von Zimmermeister Für Zimmermeister“ kamen mehr als 50 Mitglieder am 16.02.2018 in der Globetrotter Lodge in Aschberg zusammen.

Die vier Impulsvorträge aus der Praxis von Zimmerermeistern, die den Betriebsalltag aus eigener Erfahrung kennen und sich darüber hinaus in Innungen, Arbeitskreisen, dem Holzbauzentrum und weiteren Bereichen engagieren, führten in die Diskussionen zum jeweiligen Thema ein.

Der Einstieg von Norbert Lanz, Zimmermeister aus Quickborn, zum Thema „Ausbildung“ führte zu angeregten Gesprächen mit dem Fazit, dass es kein einheitliches Konzept zur Gewinnung von Lehrlingen gebe. Hierzu trage sicherlich das regionales Gefälle bei; im Süden sei es aufgrund der Nähe zur Universitätsstadt Hamburg schwieriger, junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen, wohingegen im Norden nahe der dänischen Grenze kaum Probleme herrschten.

Insgesamt seien sich die Unternehmer aber einig, dass die Wertigkeit der beruflichen Bildung gestärkt werden müsse und die Betriebe in der Pflicht seien, die Ausbildung zeitgemäß mitzugestalten. „Die Gesellschaft wird irgendwann verstehen, dass sie verfügbare Handwerker braucht und dass sie schlecht dasteht, wenn sie die Handwerksberufe nicht wertschätzt“, fasste Zimmerermeister Hans-Henning Wegner, Lindemann Bau GmbH aus Wrist, zusammen.

Michael Schönk, Lehrlingswart der Innung Flensburg, gab Impulse zur „Mitarbeiterbindung“, die von den Anwesenden aufgegriffen und besprochen wurden. Das wären Anreize wie Sachbezüge, Firmenhandys, Direktversicherungen, Kinderbetreuung oder Vermögenswirksame Leistungen. „Es lohnt sich, unseren Mitarbeitern etwas zu geben, wir bekommen es zurück“, sagte Schönk, der in seinem Betrieb damit gute Erfahrungen macht.

„Ich werde mir ebenfalls noch weitere Gedanken über Sonderregelungen für unsere Mitarbeiter machen; es waren hier gute Ansätze von Kollegen aus der Praxis dabei“, kommentierte Heinz Grossniklaus, Inhaber der gleichnamigen Zimmerei in Stockelsdorf, das Gespräch.

Axel Knutzen, Zimmerei Knutzen & Schleth aus Kropp, und Mitarbeiter Mark Jensen schätzten vor allem, dass sich sehr viele Teilnehmer einbrachten, sich angeregt unterhielten und dem anderen wirklich zuhörten. „Die Veranstaltung ist sehr interessant, da sie spezifisch auf die Anliegen der Zimmerer eingeht“, sagte Tabea Burzlaff, Zimmerei Burzlaff in Hohenwestedt und gab damit die allgemeine Stimmung wieder. Hierzu trug sicherlich auch das Ambiente der Location bei: ein außergewöhnlicher Holzbau in der Landschaft der Hüttener Berge. „Generell halte ich solche Veranstaltungen für wichtig, um die Gemeinschaft und das Netzwerk zu stärken und für das Holzbauzentrum war es ein gelungener Start. Auch in den Arbeitskreisen sind Teilnehmer willkommen“, meinte Frank Abel, Zimmermeister aus Kastorf, der sein Impulsreferat dem fachtechnischen Thema Dachsanierung widmete. Der referierte Ansatz begeisterte die Teilnehmer und weckte Interesse nach mehr Informationen. 

Abgerundet wurde der Mitgliedertag von Roberts Voss’ Anregungen zum Zeitmanagement des Unternehmers, die er aus eigenen Erfahrungen entwickelt hatt. Zu den Tipps gehörte auch die sogenannte Eisenhower-Matrix, die anstehende Aufgaben in Kategorien einteilt. Dadurch sollen die wichtigsten Aufgaben zuerst erledigt und unwichtige Dinge aussortiert werden. Voss’ Ideen regen dazu an, der Work-Life-Balance besser gerecht zu werden. Und es bleibt zu hoffen, dass damit ebenfalls mehr Zeit für Fortbildungen und den Austausch unter Kollegen gewonnen wird.

„Das große Interesse und der rege Austausch zeigen uns, dass wir mit diesem Format auf dem richtigen Weg sind und werden dieses natürlich auch 2019 mit dem nächsten exclusiven Mitgliedertag fortsetzen“, resümiert Dipl.-Ing. Erik Preuß – Leiter des Holzbauzentrums Nord.

Fotos: HBZ*Nord/Jana Ploß und BGV SH/Hilke Ohrt

 

 

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