08
Okt

Die unter Wahrung der Abstandsregeln restlos ausgebuchte Messehalle 2

In diesem Jahr drehte sich alles um die -bewusst provokant gestellte- Frage „Ist der Holzbau noch ganz dicht?“ Dazu gingen die 3 Blöcke: Rauchdicht – Luftdicht – Wasserdicht konkret in die Elemente.

Rund 90 Besucher und 17 Aussteller sind am 16. September in die ausgebuchten Holstenhallen nach Neumünster gekommen um am traditionellen Holzbautag mit seinen hochkarätigen Fachvorträgen und einem regen Erfahrungsaustausch teilzuhaben.

Im ersten Block „Rauchdicht“ referierte Prof. Dipl.-Ing. Arch. Ludger Dederich (Hochschule Rottenburg/Nekar) über die Rauchdichtheit und Leitdetails in den Gebäudeklassen 4 und 5. Er stellte die Ergebnisse der Studie TIMpuls vor und zeigte teilweise überraschende Erkenntnisse im Vergleich zwischen Holzrahmenbau, Holzmassivbau und den mineralischen Bauweisen.

Anschließend gab M. Sc Fynn Rösch (Assmann Beraten + Planen) in seinem erfrischendem Vortrag praktische Tipps aus tragwerksplanerischer Sicht zu Dachaufstockungen in Holzbauweise.

Die Mischung macht’s – Vorträge und Ausstellung finden in einer Halle statt

Nach der Pause ging es praktisch weiter. Joachim Groß (Groß Baupraxis) zeigte zum Dauerbrennerthema „Luftdicht“ Grundsätzliches, Bewährtes und Neues – dazu stellte er die Notwendigkeit eines Luftdichtheitskonzeptes für den Holzrahmenbau heraus.

Im dritten Block „Wasserdicht“ ging Martin Mohrmann (Sachverständiger für Holzbau und hygrothermische Bauphysik) den Fragen nach Schadensursachen durch Feuchtigkeit nach:

  • Wie muss der zeitgemäße Holzbau, der mit hoher Vorfertigung daher kommt, während der Montage vor Witterung geschützt werden?
  • Wie gelingt es, den Holzbau während der Nutzungsphase trocken zu halten?

Seine klare Antwort: „Dies lässt sich durch Disziplin bei der Planung erreichen!“

Die Botschaften der Referenten sind beim Fachpublikum angekommen. Das zeigte auch der rege Austausch zwischen den Teilnehmern und an den Infoständen der Aussteller. An dieser Stelle ein Dank an die Aussteller, ohne deren Unterstützung die Tagung so nicht möglich gewesen wäre.

„Der 9. Norddeutsche Holzbautag war ein voller Erfolg. Gerade weil in Deutschland leider immer noch ein starkes Nord-Süd-Gefälle bei der Akzeptanz des Holzbaus besteht, ist ein Austausch aller im Bauprozess Beteiligten in Form solcher Veranstaltungen essenziell“, sagt Heiko Müller (Technischer Vertrieb / Architekten Beratung) von SIGA.

Reger Austausch zwischen Herstellern, Handel, Planern und Ausführenden

Rikardo Reichmann von Franken Systems ergänzt: „Ich kann für mich ein durchweg positives Resümee aus der Veranstaltung ziehen. Ich konnte mein Wissen über Flüssigkunststoff als Abdichtungsmaterial an Besucher weitergeben und viele nette und auch konstruktive Gespräche führen. Bauphysik im Allgemeinen und auch das spezielle Thema Bautenschutz ist für mich immer interessant und daher nehme ich viele Informationen, auch aus den anderen Bereichen, mit.“

Auch Markus Kaufmann von Eurotec lobte: „Gute Organisation, gute Gespräche am Stand, gute Fachvorträge. Positiv, dass Aussteller und Teilnehmer in einer Halle waren. Gute Mischung aus Architekten, Statikern und Holzbauern. Eine sehr gute Veranstaltung an der ich sehr gerne öfter teilnehme.“

„Ich bin heute nach Neumünster gekommen um auf dem Laufenden zu bleiben sowie um neue Erkenntnisse mitzunehmen. Ich wollte Neues zum Brandschutz hören und Neues von der Musterholzbaurichtlinie. Auch den Vortrag mit der Aufstockung fand ich interessant. Ich bin rundum zufrieden.“ fasst Ole Brügmann (Energieberater aus Norderstedt) seine Eindrücke aus planerischer Sicht zusammen.

Von der Ausführenden Seite ergänzt Michael Godehardt von Rick Ingenieur Holzbau aus Ziethen: „Super Veranstaltung, super Themen. Ich komme im nächsten Jahr gerne wieder.“

Kirsten Spieler (Architektur und Lehmwerk): „Für mich ist es immer wieder wichtig die aktuellen fachlichen Themen diskutieren zu können und auf dem neuesten Stand zu sein. Das ergibt sich einerseits durch die Fachvorträge, durch den Austausch mit den Ausstellern und anderen Teilnehmern und den Diskussionen und Fragen die die Praktiker stellen. Da ich gerade im Holzbau tätig bin und die aktuellen Themen anwenden kann, habe ich ständig die Möglichkeit meine Planungen und Details neu zu denken bzw. zu hinterfragen. Mir gefällt einfach die Praxisnähe in den Veranstaltungen des HBZ*.“

Das große Interesse und das positive Feedback spornen uns an, auch 2022 wieder einen hochkarätigen Fachkongress auf die Beine zu stellen. Dazu gibt es dann einen Grund zu feiern: der Norddeutsche Holzbautag wird dann bereits zum 10. Mal veranstaltet – am 29.03.2022. Wir freuen uns darauf.

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