29
Sep

Vier Bauwerke – ein Neubau, zwei Bestandsgebäude und ein Konzept – wurden in diesem Jahr mit einem Deutschen Holzbaupreis ausgezeichnet. Hinzu kamen acht Anerkennungen. Geehrt wurden gleichermaßen Bauherren, Architekten, Tragwerksplaner und Holzbaubetriebe als Urheber der ausgezeichneten Beiträge. Ausgezeichnet wurden:

 

Neubau des Hotels Bauhofstraße in Ludwigsburg

Foto © Brigida González

Einen weiteren Preis erhielt der Neubau eines Hotels in Ludwigsburg der Architekten VON M aus Stuttgart. Das Gebäude überzeugt durch seine prägnante Fassadengestaltung und das äußerst nachhaltige Konstruktionsprinzip in Holzmodulbauweise. Die bis in den Innenausbau vorgefertigten containerartigen Raummodule erbrachten eine schnelle Bauzeit und ein sehr wirtschaftliches Konstruktionsprinzip. Im Gegensatz zum äußeren Erscheinungsbild sind die Holzmodule im Inneren des Hotels deutlich spürbar und verleihen den Zimmern eine warme Atmosphäre.

 

Wiederaufbau der St. Martha Kirche in Nürnberg

Foto © Sebastian Schels

Auch der Wiederaufbau der Kirche St. Martha in Nürnberg ist einzigartig. Hier gelang Florian Nagler Architekten eine anmutige Synthese aus Stein und Holz, die beide Werkstoffe in handwerklicher Präzision und sensibler Detaillierung miteinander verwebt. Ein feingliedriges Holzflechtwerk aus Weißtanne mit absorbierenden Flächen in Decken- und Wandbereichen verleiht dem Kirchenraum ornamentale Kraft sowie akustische Qualitäten. Im Zusammenspiel zwischen der Rekonstruktion ihrer historischen Außenkontur mit einer zeitgenössischen Neuinterpretation der Innenraumgestaltung entfaltet die Kirche eine subtile Transformation.

 

 

 

 Erweiterung der Metropolitan School in Berlin 

Foto © Jan Bitter

In der Kategorie Bauen im Bestand wurden zwei sehr unterschiedliche Gebäude aus-gezeichnet. Den Architekten Sauerbruch Hutton ist es gelungen, einen DDR-Plattenbau von 1987 in Berlin Mitte einer neuen Qualität zuzuführen. Der unveränderte Altbau wurde um ein Gebäude erweitert und um zwei Etagen so aufgestockt, dass das Ensemble neuen Zusammenhalt erfährt. Während des regulären Schulbetriebs montierte man vorfabrizierte Wand- und Deckenteile sowie für eine zweigeschossige Aula eine roh-bausichtige, sehr einprägsame Konstruktion aus BS-Holz-Rahmen. Besonders verblüffend: Die Kupferverkleidung der Dachaufbauten passt farbig erstklassig zu der Riemchen-Fassade des Altbaus.

Das Konzept für die Ökologische Mustersiedlung im Prinz-Eugen-Park in München

Foto © Peter Villain

Ein Preis wird dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Stadt München für die Ökologische Mustersiedlung im Prinz-Eugen-Park in München verliehen. Sie bildet mit 570 Wohnungen die größte zusammenhängende Holzbausiedlung in Deutschland. Die Stadt München nutzte die Chance, die Vergabe von Grundstücken an ökologische und soziale Ziele zu knüpfen. Deshalb würdigt die Jury das Zusammenspiel aller unter-schiedlichen Akteure und Faktoren, die diese Mustersiedlung zu dem machen, was heute international auf großes Interesse stößt. Ein bemerkenswerter Prozess, der als Vorbild für weitere Vorhaben in Deutschland dienen soll.

 

Unter der Schirmherrschaft des Bundesbauministeriums c/o Bundesinnenministeriums verlieh Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im ZDB am 28.9.2021 den Preis im Rahmen des LIGNA.Innovation Network, dem digitalen Format für die internationale holzbe- und -verarbeitende Industrie.

„Der Deutsche Holzbaupreis dokumentiert die enorme Weiterentwicklung des Holzbaus und der Holzbauarchitektur in den vergangenen zwei Jahrzehnten“, betonte Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland. „Aktuell stehen immer häufiger Lösungen für ressourcenschonendes und nachhaltiges Bauen im Fokus der eingereichten Projekte. Aber auch innovative Beispiele für die innerstädtische Nachverdichtung und das Bauen im Bestand nehmen deutlich mehr Raum ein als vor achtzehn Jahren.“

In diesem Jahr hatte die Fachjury unter Leitung von Prof. Andreas Krawczyk 260 Arbeiten zu bewerten, die von anspruchsvollen Neubauten über erfinderische Gebäudesanierungen bis zu neuen Entwicklungen auf dem Produktsektor reichten. Auffallend war, dass erstmals eine nennenswerte Gruppe von Einreichungen die Etablierung des mehrgeschossigen Holzhausbaus belegt.

Der Deutsche Holzbaupreis wird seit 2003 alle zwei Jahre in Zusammenarbeit mit weiteren Organisationen der Holz- und Forstwirtschaft ausgelobt. Unterstützt wird er zudem von den Holzbau Deutschland Leistungspartnern. In diesem Jahr wird er bereits zum 10. Mal verliehen. Vorrangiges Ziel des Preises ist es, die Verwendung und Weiterentwicklung des ressourcenschonenden, umweltfreundlichen und nachhaltigen Baustoffes zu fördern.

Die Dokumentationsschrift der Preisträger können Sie sich hier herunterladen.

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