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Die „Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Bauteile und Außenwandbekleidungen in Holzbauweise – MHolzBauRL“ wurde weiter entwickelt. Die im Juni 2021 vom Deutschen Institut für Bautechnik – DIBt veröffentlichte Fassung Oktober 2020 löst nun die bisher gültige Fassung vom Juli 2004 ab.

Die Novellierung konkretisiert die Vorschriften zu Konstruktionen aus brennbaren vorgefertigten Bauteilen, die in mehrgeschossigen Gebäuden zum Einsatz kommen. Deren tragende, aussteifende oder raumabschließende Bauteile müssen nach § 26 Abs. 2 Satz 3 MBO feuerhemmend oder feuerbeständig sein und dürfen dennoch nach § 26 Abs. 2 Satz 4 MBO aus brennbaren Baustoffen wie z.B. Holz bestehen.

Neu unterschieden werden Holzbauweisen mit Hohlräumen (Holzrahmen- und Holztafelbauweisen) und Holzbauweisen ohne Hohlräume bzw. ohne verfüllte Hohlräume (Massivholzbauweise). Die bisher schon bekannten Regelungen über Bauteile mit brennbarem Ständerwerk und allseitiger Brandschutzbekleidung werden in der Gebäudeklasse 4 beibehalten bzw. erleichtert. Wichtig ist hierbei auch, dass die Bauteile nicht vollständig vorgefertigt werden müssen, um in den Anwendungsbereich der Holzbaurichtlinie zu fallen. Sie können auch auf der Baustelle erstellt werden.

Neu geregelt wurde das Bauen mit Massivholz ohne vollständige Brandschutzbekleidung für die Gebäudeklassen 4 und 5 (bis zur Hochhausgrenze). Hier muss die Feuerwiderstandsfähigkeit gemessen werden. Diese Kennzahl bestimmt, wie lange definierte Bauteile bei einem Brand ihre Funktion beibehalten.

Die Muster-Holzbaurichtlinie regelt außerdem die Errichtung von Außenwandbekleidungen aus normalentflammbaren Baustoffen bei Gebäuden der Gebäudeklassen 4 und 5 neu. Wichtige Hilfestellung geben die im Anhang enthaltenen Anforderungen zu horizontalen Brandsperren mit konkreten Angaben zu Abständen und Mindestauskragungen. Hier gab es bisher keine verlässliche Regelung.

 Die Muster-Holzbaurichtlinie steht auf der Webseite des DIBt zum Download zur Verfügung.

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