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Jan
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Flüchtlingswohnungen werden in Innungsqualität errichtet

Schneller Wohnraum – Bauen mit IQ: Holzbaukonzepte werden umgesetzt

Für die Unterbringung von Flüchtlingen hat das HBZ*SH zusammen mit Betrieben und Planern durchdachte Lösungen zentral veröffentlicht. Auf der Plattform www.bau-sh.de/schneller-wohnraum-bauen-mit-iq stehen komplett durchgeplante Projekte bereit, die kurzfristig an jedem Ort in Schleswig-Holstein umgesetzt werden können. In Ahrensburg sind bereits vier Gebäude errichtet worden, in Lauenburg, Bargteheide und Ammersbek befinden sich insgesamt sechs Flüchtlingswohngebäude im Bau.

In Ahrensburg sind an drei Standorten, am Reeshoop gegenüber dem Erlebnisbad Badlantic sowie in den Straßen Lange Koppel und Ahrenburger Kamp, zweigeschossige Flüchtlingswohngebäude in Holzbauweise entstanden. Die Bauzeit beträgt vom Beginn der Erdarbeiten bis zum Einzug lediglich zwölf Wochen. Jedes der Häuser umfasst rund 240 Quadratmeter Wohnfläche für 25 Personen. Sollten die Gebäude, die von hoher Qualität sind, einmal nicht mehr von Flüchtlingen bewohnt werden, können sie beispielsweise in Sozialwohnungen umgewandelt werden. Bauherr des Projektes ist die Stadt Ahrensburg, Projektleiterin der Stadt ist die Architektin Sjarai de Vries. Die Bauleitung und Ausschreibung wird vom Architekturbüro Hörnes aus Ahrensburg ausgeführt. Die Bauarbeiten werden von der Zimmerei Hans-Heinrich Hamdorf mit Sitz in Fahrenkrug übernommen.

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Bildquelle: Zimmerei Hans-Heinrich Hamdorf, Fahrenkrug

Der Innungsbetrieb Hans-Heinrich Hamdorf hatte das Bauprojekt inklusive Photovoltaikanlage entwickelt und für die Internetplattform des BGV-SH / HBZ*SH (www.bau-sh.de/schneller-wohnraum-bauen-mit-iq) bereitgestellt. Auf der Plattform sind bisher 15 duplizierbare und genehmigungsreife Planungen von funktionalen Wohneinheiten bis zu mehrgeschossigen Wohngebäuden in Holz- und Massivbauweise zu finden. Darunter die Gebäude, die derzeit in Lauenburg sowie Bargteheide und Ammersbek entstehen.

In Lauenburg hat die SHL Holzbau GmbH von Inhaber Daniel Schilloks im November 2015 begonnen, im Auftrag der Stadt Lauenburg zwei zweigeschossige Holzhäuser zu errichten. Insgesamt werden vier Wohnungen mit einer Fläche von jeweils 84 Quadratmetern entstehen. Die Bauzeit beträgt exakt 58 Arbeitstage, somit sind die Häuser in Lauenburg am 4. Februar bezugsfertig. Die SHL Modulhäuser sind typ-geprüft, sofort genehmigungsfähig und können entweder im Holzrahmenbau oder im Holzständerbau ausgeführt werden; die Mithilfe von Flüchtlingen oder Gemeindemitgliedern, wie derzeit in Lauenburg, ist gewünscht. Damit wird ein nachhaltiges Modulhaus angeboten, das von Handwerksunternehmen in der jeweiligen Region innerhalb von acht Wochen errichtet werden kann und bis zu 24 Personen ein Zuhause bietet.

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Bildquelle: Holzbau Gehrmann GmbH

In Bargteheide und in Ammersbek werden ebenfalls je zwei zweigeschossige Häuser in Holzbauweise errichtet, die jeweils eine Bauzeit von 12 Wochen haben und Ende Januar (Ammersbek) beziehungsweise Ende Februar (Bargteheide) schlüsselfertig an die Stadt beziehungsweise Gemeinde übergeben werden. Pro Haus entstehen vier 60-Quadratmeter-Wohnungen für jeweils sechs Personen. Bei Architektur und Bauqualität wurde besonders auf Langlebigkeit geachtet. Im Sinne der Nachnutzung wurde eine nichttragende Trennwand pro Wohnung eingesetzt, sodass aus der jetzigen Vier- Zimmer-Wohnung bei Bedarf eine Drei-Zimmer-Wohnung wird.
Dieses Wohnkonzept in verschiedenen Varianten wurde als Gemeinschaftsprojekt von pro Flüchtling + Bürger entwickelt. Der Initiative gehören acht Zimmereibetriebe an, die im Verbund über eine Kapazität von 100 Häusern dieses Typs pro Jahr verfügen. Ausgeführt werden die Projekte in Bargteheide und Ammersbek von der Holzbau Gehrmann GmbH, Hoisdorf, als Generalunternehmer, die Dachdeckerarbeiten von Frehers & Witt GmbH & Co. KG, Fehmarn, die Nagelplattenbinderarbeiten von Holger Bartels Bauunternehmung GmbH & Co. KG, Norderhastedt.

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Bildquelle: SHL Holzbau GmbH, Lauenburg

Auf der Internet-Plattform „Schneller Wohnraum – Bauen mit IQ“ werden mit Blick auf die teilweise dramatischen Notlagen komplett durchgeplante und teilweise erprobte Gebäude mit festgelegten Kostenrahmen bereitgehalten. Angeboten werde den Kommunen sowie privaten Investoren ein Gesamtpaket der Gebäudeerstellung sowie wahlweise die Nutzungsrechte für die Bauplanungen. Für die Planungen und Konzepte der Gebäude liegt Genehmigungsreife vor, sie entsprechen allen gängigen Bauvorschriften und werden durch die Zertifizierungsstelle ZertBau geprüft.
Die Wohneinheiten können in ganz Schleswig-Holstein und darüber hinaus realisiert werden, einzeln oder in großen Stückzahlen. Das Netzwerk verfügt über große Umsetzungskapazitäten. Planer, ausführende Betriebe und Unternehmen werden mit den Auftraggebern in Kontakt gebracht. Somit kann Wohnraum geschaffen werden, der beliebig reproduziert werden kann. Weitere Infos und Kontaktdaten unter:
https://www.bau-sh.de/schneller-wohnraum-bauen-mit-iq/

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